Eine flexible Praxis auf Rädern

Die CHT Germany GmbH unterstützt das Arztmobil des DRK

Die Idee für eine rollende Arztpraxis hatte Dr. med. Lisa Federle, Notärztin und Präsidentin des DRK Kreisverbands Tübingen, als auch im Landkreis Tübingen im Jahr 2015 eine wachsende Zahl geflüchteter Menschen versorgt werden musste. Intensiv begleitete sie die Ergenzinger Aufnahmestelle für Flüchtlinge, die der DRK-Kreisverband innerhalb kürzester Zeit eingerichtet hatte. Gemeinsam mit weiteren Ärztinnen und Ärzten bot sie dort und in den anderen großen Unterkünften für Geflüchtete im Landkreis, Sprechstunden vor Ort ein, um die gesundheitliche Grundversorgung sicherzustellen. Mit einer mobilen Praxis, so die Idee, wäre es leichter, Schwellenängste abzubauen und zugleich Ärzte, Klinikambulanzen und den Rettungsdienst zu entlasten.

Die Verlegerin des Schwäbischen Tagblatts, Elisabeth Frate, war von der Idee sofort überzeugt und machte das Arztmobil zum Teil der Weihnachtsspendenaktion der Zeitung. Landratsamt, Universitätsklinikum, Regierungspräsidium und der DRK-Kreisverband als Projektträger waren ebenfalls mit von der Partie. Die Leser/-innen der Lokalzeitung stellten mit ihren Spenden einen nicht für möglich gehaltenen Rekord auf. Innerhalb weniger Wochen kamen 70.000 Euro zusammen. Noch vor Weihnachten konnte das Arztmobil seine ersten Einsätze vor den Flüchtlingsunterkünften fahren. Der Wohnmobilhersteller Hymer beteiligte sich an dem Projekt mit einem Umbau zum Selbstkostenpreis in Rekordzeit: Umkleidekabine, Schreibtisch, Besprechungsecke, Behandlungsliege, EKG, Ultraschallgerät wurden in das Fahrzeug eingebaut. Insgesamt 16 Standorte steuerte das Arztmobil dann in einem regelmäßigen Turnus an.

Mit dem Rückgang der Flüchtlingszahlen schwand der Bedarf für diese Einsätze. Mit Jahresbeginn 2018 wurde das Arztmobil daher zusätzlich zur medizinischen Versorgung Obdachloser, unter anderem mit Sprechstunden vor dem Tübinger Männerwohnheim, eingesetzt. Auch ein Zahnarzt war mit an Bord.

Mit dem Beginn der Corona-Pandemie kam auf die rollende Arztpraxis eine neue Herausforderung zu. Bereits Anfang März 2020 stand das Fahrzeug zunächst beim Tübinger Bergfriedhof und später auf dem Festplatz bereit, um Abstriche für eine Untersuchung auf Corona-Infektionen zu nehmen. Nachdem auf dem Festplatz zu diesem Zweck Container aufgestellt worden waren, nahm das Arztmobil Kurs auf die Pflegeheime in der Region. Lange bevor dies landesweit möglich war, wurden auf diesem Weg die Mitarbeitenden und Bewohner stationärer Pflegeeinrichtungen in der Region flächendeckend auf Infektionen getestet.

Auch für dieses Engagement hat Dr. Lisa Federle kürzlich das Bundesverdienstkreuz erhalten. In der Laudatio von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier heißt es dazu: „Die rollende Arztpraxis hat bis heute Modellcharakter. Ohne große Vorlaufzeit konnte sie bei Ausbruch der Corona-Pandemie mit einer mobilen Teststelle ausgestattet werden und sofort bei Pflegeeinrichtungen, deren Situation besonders schwierig war, eingesetzt werden.“

Allerdings wurden kostenlose Tests für Reiserückkehrer inzwischen wieder abgeschafft.

Deshalb möchte die Ärztin nun Corona-Tests für Menschen anbieten, die nicht genügend Geld haben, 128 Euro für einen solchen Test aus eigener Tasche zu bezahlen, aber vor einem Besuch bei alten Menschen sicher sein wollen, dass sie keine Gefahr darstellen. Für sie sammelt Dr. Lisa Federle nun Spenden, um in solchen Fällen kostenlose Tests anbieten zu können.

Der Ruf von Frau Dr. Federle wurde direkt wahrgenommen. Zu Weihnachten 2020 unterstützt die CHT Gruppe anlässlich einer zentralen zweckgebundenen Spende, das Arztmobil des Deutschen Roten Kreuzes. Zudem haben Unternehmen und Mitarbeiter die Mehrwertsteuersenkung der Kantinenpreise genutzt, um die Differenz ebenfalls an das Arztmobil zu spenden. Die Spendensumme von insgesamt insgesamt 22.000 Euro wurde Lisa Federle nun übergeben. Die Geschäftsleitung der CHT Gruppe freut sich über die überaus wichtige Verwendung.

Dr. Frank Naumann, Vorsitzender der Geschäftsleitung dazu: „Die Unterbrechung von Infektionsketten ist ein zentraler Faktor zur Eindämmung der Pandemie. Wir leisten mit entsprechenden chemischen Lösungen zur antiviralen und antimikrobiellen Beschichtung von textilen Oberflächen bereits einen Beitrag dazu. Darüber hinaus sind jedoch unser aller Handeln und das Engagement von Frau Dr. Federle im Einzelnen wichtig. Wir freuen uns deshalb ganz besonders direkt hier und jetzt einen Beitrag leisten zu können.“

 

Dr. Frank Naumann (links), Dr. Lisa Federle (mitte), Axel Breitling (rechts)


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